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Das Lied von dem Schlurch
Schlurfend schlürft der
Schlurch ein Bierchen,
schleicht durch himmelblauen Wald,
trifft ein gelbes Trampeltierchen,
schnüffelnd, briesenmäßig kalt.
Vor dem Mund ein Blatt,
durstig zwar, doch satt,
trank er noch der Pinten zweie,
ehe er vermaledeie.
Auf jenem heimatlichen Boden
sah er schon manch gar seltsam Ding,
er sah die Menschen Wurzeln roden,
bis dass der Wald von selber ging.
Zart grüngefärbte Mädchenaugen,
die drangen tief ins Herz ihm ein,
sie schmeichelten durch seine Seele,
betäubt vom schwer-süß-herben Wein.
Denn auch der Linde harscher Stamm,
konnt´ schützen nicht das weiche Holz,
drum wurden seine Finger klamm
und brüchig schwand sein letzter Stolz.
Um den Treibsand rings herum
legte sich die harte Klammer,
nagte in den Kern sich stumm,
blieb als kalter Katzenjammer.
Pilze wuchsen schnell,
denn der Tag war hell,
formten große Hexenringe -
alle waren guter Dinge.
Zwar: längst betäubt war´n die Gefühle,
knapp abgesägt und aufgespaltet,
schier ausgelebt, gewollte Kühle,
die Maskenstarre selbst gestaltet,
trank er das schale Bier zur Neige
schon brachen tausend bunte Scheiben,
war neu gewünschtes viel zu feige,
um stillzustehen, hierzubleiben.
Es trieb durch graue Nebelschleier,
ein rosarotes Selbstbeharren,
glich ganz der letzten trüben Feier,
doch tat wie dürres Ästeknarren.
Er begann ein irres Stapfen,
warf den violetten Pfropf,
löste sich der Pinienzapfen,
fehlte haaresbreit den Kopf.
Plötzlich sah er klar,
was wird sein, was war,
doch vor allem, was dazwischen,
aus war´s mit "im trüben fischen".
Griff ein in tiefe Kartonagen,
schnell angelnd nach der Wunden Blut.
Die Schmierenbühne ohne Gagen
war dennoch irgendwie ganz gut.
Er staunte über die Entfaltung
die künstlerische Selbstgestaltung,
und setzte noch ein wenig nach,
war oben blühend, drunter brach.
Entzündet längst die große Wut.
Manch anderes begann zu fließen,
selbst Ratten wachten wieder auf,
ein neues Pflänzchen war am Sprießen,
auf endlos starrem Lebenslauf.
Konsolen wankten übermäßig,
mit Tasten, schwarz und weiß und grün,
der Mond im Fenster grinste käsig,
weil Scheibenblumen westwärts ziehn.
Ein Seher sah, ein Hörer hörte,
ein Riecher roch jedoch nie mehr,
wohl weil die Kurve keinen störte
ging er verlustig, tränenschwer.
Nie wurde aus dem Sessel Weißbrot
nie aus dem Herd ein Heizungsrohr,
extreme Flaschen klangen scheintot
beim Drehen rückwärts wie zuvor.
Kein Span beim Hobeln fiel nach oben,
weil nie sein kann, was nicht sein darf!
Er heulte laut, begann zu toben,
und schliff sein Messer endlos scharf.
O, es wird immer, immer, immer
statt etwas besser nur noch schlimmer!
Fortgesetzte Übungsbilder
bogen welke Glieder wild,
strichen wirre Taten milder,
stampften ständig Bild auf Bild:
Schillert glockengleich
durchs Facettenreich
eine Ladung Roßkastanien
übers Meer von Phrasolvanien...
Derweil die Schlange würgend bettelt,
durch schwarzen Aufruhr angezettelt,
kann keiner frierend abseits stehn.
Dann hilft kein Zögern oder Zagen,
dann muß das Äußere man wagen,
obs lohnt, kann man erst später sehn!
Sinnend vor den Wasserspielen
steht der Faun, bereit zum Trank,
klar, er kann zum Glase schielen,
aber später wird er krank!
Nein, auch nicht der größte Ziegel
rettet Reiter oder Pferd,
nicht einmal ein Katzenstriegel
ist dann noch der Mühen wert.
Der Apfelbaum lebt,
doch Eidechsen schweben,
das Nest ist verklebt,
und war doch soeben
noch jungfräulich rein,
wie Braunbier mit Spucke!
Man fängt keine Mucke
durch endloses Beten,
durch Schlagen und Treten,
Man kann nur drauf hoffen,
der Käfig sei offen.
Denn Wölfe erschleichen sich riesige Bissen,
es plagt sie nicht Reue noch schlechtes Gewissen,
Sie fressen begierig, denn so muß es sein!
Ja, es ist müßig
ein Steak zu veröden,
den Spieß abzustumpfen.
Denn nur vom Leben,
kann er uns noch geben,
er trocknet die Faser,
er näßt jede Lade,
er töpfert Geschirre
und lächelt wie irre.
Er ahnt, was noch fehlt,
doch niemand krakeelt!
Drum kriechen die Würmer im warmfeuchten Graben,
Drum schwebt selbst ein Frisbee knapp unter dem Raben,
Drum klingelt die Schelle zur Mittsommernacht,
Sie weiß ganz genau, wann das Werk ist vollbracht.
Drum wird nie der Sonne gewaltiger Strahl
wohl schmelzen den Stahl.
Füllt die Tasse mit gelbem Tee,
aus dem fernen mildsonnigen Ceylon,
her geschwommen aus Übersee,
voller Aroma und strotzend vor Süße,
trotz des Pflückers unreiner Füße,
trotz der Tiefe des Nichtschwimmerbeckens,
trotz der Mühe des Zuckerleckens,
Vollmundig im Geschmack!
Grob wie ein Jutesack,
fasernd und ohne Zier,
zittert derweil das Tier!
Aber, um es gleich zu sagen,
statt es nur herumzutragen:
Niemals wird das Stroh vergeigt!
Sag, kannst du den Sermon stoppen?
Wird geächtet Mensch und Fisch?
Oder lassen wir uns foppen,
vor und nach, und zwischen Tisch?
Wirf den Teller weg,
zweieinhalb Parsec!
Oder lieber etwas weiter,
wer zu schlecht ist, wird nur Zweiter!
Ein Sieger kann sehr einsam sein,
Durch Ouzo wird er wieder klein.
Schnaps oder Wein? Likör? Nein, Sekt
zeigt deutlich, was im Bizeps steckt.
Jedoch ein Trizeps dann nur leckt,
wenn Tetra- Pentazeps erweckt.
Mit Hexazeps, in starrem Bund,
vollendet sich das Erdenrund.
Siehe, weiche Wiesen weisen,
wuselnd übers Wasser hin,
mancher Berg beginnt zu kreißen,
keine Silbe hat noch Sinn.
Eine Polle fliegt nach Meißen,
und auf Ende folgt Beginn.
In den Bäumen
sitzen Affen,
gierig raffen
sie die Früchte, leuchtend rot,
dennoch tot.
Kann man sowas noch verstehn,
klarer sehn?
Ja, vielleicht!
Doch die Tiere
sind, noch immer, unerreicht.
Alle viere
könnten das,
ohne Haß!
Rauchend sinkt ein Friedensrichter
in des Krieges tiefsten Graben,
will er sich am Fleische laben,
medium, statt durchgebraten,
auch die Soße, wohlgeraten,
Puddingpulver, Kandiszucker,
Türenhorcher, Fenstergucker,
Alle essen,
selbstvergessen.
Jeder schlinget, schlucket, kauet,
Mancher Bissen wird verdauet,
in des Magens hohler Blase
kochen Gase,
frißt die Säure viele Brocken,
legt den letzten Stausee trocken,
weil am Ufer Frösche hocken.
Denn kein Storch steht im Salat,
und bewacht die junge Saat.
Sinnend lesen Professoren
Stephen King mit heißen Ohren,
gruseln sich in ihren Betten,
vor dem unbekannten Staat,
welcher nachts den Klippen naht.
Wer sollte sie auch retten!
Trauervoll,
liebestoll
wird ein Studiosus kämpfen,
und vielleicht Kartoffeln dämpfen,
aber niemals Nippel fetten!
Durchgedreht
seufzt der Lehrer,
denn statt leichter wiegt es schwerer,
selbst in den Dreiklassen-Schulen
ist man sauer,
und ein armer Spargelbauer
sticht nie mehr.
Wimmert nur.
vor der Hecke,
in der Ecke
sieht er des Gemüses Spur -
Und dennoch, zum erneuen Zwecke
greift er den Spaten noch einmal,
Kohlrabi gäbe es in Massen,
er will zwar, doch er kann nicht hassen!
Die Freude hat besiegt die Qual.
Wohl in der Petroleumleuchte
lebt der letzte Flaschengeist,
mißt des Eichenholzes Feuchte,
bis es darr nach Osten weist.
Arm sein oder reich?
Es ist völlig gleich!
Wenn wir Optimisten bleiben,
darf man schwarze Zahlen schreiben.
Wir werden in die Kassen greifen,
egal, ob Münze oder Schein,
nur bares sollte es schon sein!
Auf Falschgeld kann man ruhig pfeifen.
Doch fährt der Schreck durch das Gebein,
wird wohl die Hand die Beute missen;
wenn Gut und Geld sind einerlei,
dann sollte man den Fluchtweg wissen,
trotz Schranke, Zaun und Polizei.
Schwere Fessel,
hart und kalt,
Hexenkessel,
tief im Wald,
wenn die Kirche um das Dorf getragen,
muß man seiner Freiheit wohl entsagen!
Nein, ich geh nicht ins
Gefängnis!
Nein, ich will nicht in die Zelle,
welche dort für mich bereitet!
Nacht sich über Mauern breitet,
Eisengitter drohen steif,
auf den Toren glänzt der Reif,
in die Herzen fiel ein Frost,
faulige Gefängniskost.
In verbog’ner Weißblechschüssel,
eingraviert der Vogel Greif,
draußen klirren Messingschlüssel,
singt der Wärter: "Life ist live!"
Ach, ich kann es kaum ertragen,
schrecklich man im Kerker wohnt,
will es noch und nochmal sagen,
dass Verbrechen sich nicht lohnt.
Wenn ein neuer Wald gewachsen,
werden wohl die Vögel fliehn,
und von Mecklenburg nach Sachsen
durch die leeren Steppen ziehn.
Leiser Flügelschlag
jeder, wie er mag,
selbst die reichsten Wanderfalken
finden keine morschen Balken.
Sicher wird der müde Schreiber
irgendwann die Segel streichen,
dann der jüngste Sitzenbleiber
muß die letzte Schuld begleichen.
Doch ein Muli,
will sich, scheinbar, auch bedanken,
unverfroren,
graubehaarte, lange Ohren,
scheuert rau seine Flanken,
vor den Schranken,
hinter Gleisen
zum Verreisen,
steht der Zug.
Neben jener Hängebrücke
ist’s genug.
Auf dem Bahnhof glüht die Kerze,
es ist alles Tage Abend,
niemand macht darüber Scherze,
denn was satt macht, ist auch labend.
Durchgeleiert
sind die Worte,
auch Dilettantismus feiert;
jetzt jedoch,
wo es in den Wolken eiert,
bleibt ein jeder Satz ganz fest im Joch.
Täuschend klafft die Hoffnungsfalle,
schon am Abend grinsen alle,
welche eben noch geweinet,
weil die Hände sich vereinet,
weil die langen Fingerkuppen,
rührten in verdickten Suppen,
schöpften Erbsen und auch Möhren -
(stets auf neu die Hirsche röhren)
Und ein Korb, ganz voller Seile,
schwamm den Fluss hinab in Eile.
Flaschen grub man aus dem Sande,
der seit langem weißrot glüht,
frierend lag der Wal am Strande,
denn der Weißdorn war verblüht.
Koggen wurden abgetragen,
später über Land verschifft,
denn ein Käfer ist ein Wagen,
und Arsen ist nun mal Gift!
Auch die gelbe Schiffskanone
blieb in Hafen rostend stehn,
und trotz Pulver und Patrone,
war sie bald nicht mehr zu sehn.
Schöner Bockmist,
so sensibel,
fließt nach innen,
frißt sich in die Köpfe ein.
Wahrlich, niemand konnte ahnen,
dass die Stunden so verrinnen,
ohne sich noch zu besinnen,
wann es Not tut.
Doch Fabriken streiken nimmer,
Arbeitskampf!
In den Straßen ein Gewimmer,
jeder Hans heißt nunmehr Dampf!
Jetzt laßt alle Hüllen liegen,
packt die Vesperbrote aus,
Rosarote Kühe fliegen,
landen neben jenem Haus.
Melken kann man sie,
Milch gibt jedes Vieh!
Doch man hüte sich vor Stieren,
denn sie werden lamentieren!
Sie fabrizierten krumme Knüppel,
nach vorne humpelnd immer mehr,
zwar nur als irrer Seelenkrüppel,
war´s trotz der Hürden nicht mal schwer.
Aus allen Bänken wurden Banken,
dort saß statt Mensch bald nur noch Geld,
selbst Schränke formten sich zu Schranken
und trennten Zugverkehr und Welt.
Die Eisenbahn kam erst nach Stunden,
sie drehte acht dreiviertel Runden,
dann hielt sie vor der Poststation,
denn auch der Heizer wollte Lohn.
Glück auf, Glück auf, wir werden fahren!
In jener Grube unter Tag,
steht auf dem Gleis ein Hunt seit Jahren,
der längst schon nicht mehr rollen mag.
Ward einst von einem Pferd gezogen,
das, weil es leider etwas dumm
sein Innerstes hat abgewogen,
dann wurde blind und taub und stumm.
Die Berg-und-Tal-Bahn tat erkennen,
dass alles fremde keuchend stöhnt;
da Brennnesseln nur selten brennen,
hat sie sich letztlich dran gewöhnt.
Ja, schon der Dübel in der Mauer
hat früh von jenem Deal gewußt,
lag drum seit Stunden auf der Lauer
voll Spannung, Spaß, Geduld und Lust.
Kein Spreißel bohrte sich ins Dunkel,
der Tag war jung, der Tag war hell,
im Frühbeetkasten wuchs die Runkel
der Sonne näher rasend schnell.
Erquickend ist’s, den Mars zu loben,
befriedigend der Venus Schein;
doch das beglückendste da droben
sind Neptunstaub und Mondgestein.
Weil jener nur im Kreis mäandert,
sein Licht unter den Scheffel stellt,
hat Pluto alles unterwandert
und Uranus beherrscht die Welt!
Flaschenkinder trinken Wasser,
essen artig mit Besteck,
schon wird der Albino blasser,
ziert sich wie ein junger Geck.
Lötet einen Topf,
schneidet ab den Zopf,
kämmt die Haare dann zu Seite,
wartend auf die nächste Pleite.
O doch, o doch!
Vergebens trauern, weinen alle,
selbst Meister Petz in seiner Falle
gräbt sich ein neues, tief´res Loch.
Im Felsen, in des Sandsteins blasser Ader
steigt hoch empor ein freies Kampfgeschwader.
Es wurde, scheinbar ohne Sinn,
so wie ein dreifach Doppelkinn,
von anderen nur ausgelacht,
wer möchte da noch spionieren?
´s hat allerdings auch Spaß gemacht,
viel Spaß gemacht, zu schwadronieren.
Denn dass schier nichts und wieder nichts
aus diesem Text dich informiert,
ist Sinn hier dieses - hm - Gedichts?
Es ist nur sinnlos fabuliert.
Lies noch mal durch den Phrasen-Reigen,
Doch denke, bitte, stets daran,
Ich wollte einfach nur mal zeigen:
Es dichte nur, wer wirklich kann!
Und ob ich gleich dazu gehöre,
kann keiner ohne Schmeicheln sagen,
drum manch Erwartung ich zerstöre,
es nutzt nicht, hinterher zu klagen!
Denn was erstaunte Augen lesen,
ist nie der Weisheit letzter Schluß,
noch allerklügstes Werk gewesen -
ja, nicht einmal ein Musenkuß!
Unsinn aus den Fingern saugen
fällt dem Spinner niemals schwer.
Ob die Verse wirklich taugen?
Sind die Strophen gar verquer?
Es ist ganz egal,
denn trotz aller Qual,
die das Hirn dem Herzen sendet
hab ich’s hiermit doch vollendet!
(c)
Illol63 (19.06.2008)
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