Suchende Blicke

 

Mit jedem Tag werden die Stimmen leiser
Schritte auf grauen Pflastersteinen
Treiben entgegen aller Hoffnungen
Immer ein Stück mehr
In die Verdammnis tiefster Ängste

Kein Bild vermag mein Ich zu bannen
und alle Farben sind in meinen
Blicken verlaufen
bis schonungslos ein Rinnsal
schwarzer Brühe
dem Wort auf meinen Lippen
neue Formen des Grauens gibt

Jeden Tag spiegelt sich
Der Tag in großen Fenstern
Gleich dem Abbild meiner Seele
Erkenne ich die Täuschung
Als wär da noch was
Für das es lohnte
Zwischen all den Trauerweiden

Pflastersteine begleiten mich
und mein Blick vermag dich
von weitem zu erkennen

Ich falle ins Lächeln hinein
und mein Auftauchen in deinen Armen
kann diesmal jedweder Angst
entgegen stehen

 

(c) Ara (18.02.07)

 

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Kamel & Fahrrad


Es lief im tiefsten Wüstensand mit Reiter auf dem Rücken,
ein Trampeltier, begann dann hier nach Stunden rumzuzicken
war durstig sehr, drum stoppte er bei nächsterer Oase
man trank wie krank, was gut gelang, denn reich an Wasser war se.


Jetzt ritten sie nach Norden, in die Hitze dieser Wüste,
als plötzlich, beide war`n entsetzt, vorbei ein Radler düste.
Den fragte er: "Wie machst du das, und ist dir nicht zu heiß?“
„Nein, nein, mein Herr, das ist es nicht, Ihr seht hier keinen Schweiß.“

„Wenn ich in die Pedale tret`, gibt`s Gegenwinde kühl,
das bringt mir Frische alle Zeit, ein schöneres Gefühl.“
„Hab Dank, wir werden heute noch die Taktik ausprobieren,
Drum lauf, Kamel, ganz schnell fortan auch du auf allen Vieren!"


So treibt er dieses arme Viech und reitet es mit Wonne,
durch Sand und Dünen, hofft er zu entfliehen dieser Sonne.
Doch dann, nach hundert Meilen, die sie hetzend so bestritten,
da bricht das Tier zusammen - seitdem hat sich`s ausgeritten.

Ganz traurig steht er vor dem Wrack und wimmert schon wie Sau
Erstand er dieses Tier doch einst zum Preise seiner Frau
Er zieht des Tieres Kopf zu sich und rüttelt an den Ohren,
„Allah, jetzt bitte hilf mir doch, ich glaub es ist erfroren!

 

Ara © 12.08.2004
 

 

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Rose aus Stein



Wie so oft
laufe ich durch die Nacht.
Renne, bis meine Lunge zu bersten droht.
Alle Glieder schmerzen
ein vertrautes Gefühl

Eigentlich ziellos
lande ich doch immer
nur bei dir

Jetzt, zu solch später Stunde
hätten wir uns geliebt
Du würdest dich winden 
und jauchzen vor Vergnügen.

Ich gehe durch das schwere Eisentor
Alte Trauerweiden stehen schwarz
im Schatten der nächtlichen Dunkelheit.

Mein Atem, so schnell
Es dröhnt mir im Schädel.

Ich umarme dich,
kalt lässt du mich spüren
dass du da bist.

Auf Knien bereite ich unser Bett.
Halte die Luft an
bis ich in deinen Armen liege.

Als ich erwache
hat sich deine steinerne Rose
auf meiner Wange verewigt.

Reiß mein gefrorenes Fleisch vom Stein.
Jetzt muss ich eilen
so kann ich deine Berührung
im Spiegel noch sehen ..

Wie du mich gehalten hast,
in dieser eisigen Nacht,
in diesem bitterem Leben,
mit deiner Rose aus Stein ...

 

Ara © 2004 

 

 

 

 

 

Der Stille Mantel

Aufgetaucht in kalten Seen,
leicht, fast schwebend die Statur,
einst war es stilles Morgenflehen,
die Verneigung der Natur.

Jetzt verweben diese Lüfte,
frostig letztes Leben,
der Blumen ach so schönen Düfte,
wird es nicht mehr geben.



Ganz langsam überzieht,
der Nebel wenn er flieht.
Erinnerung an Schattenzeit,
die Trauer und die Einsamkeit...

Ara © 04.12.2004

 

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Wenn Träume leise Schatten tragen

 

Jetzt, wo du weg bist,
meine Räume scheinbar enger werden,
die Fenster lautlos schreien
und Türen alle Wege versperren,
wage ich kaum mehr zu atmen,
da jedes Molekül verschwände
und ich Angst habe,
dass nicht einmal unsere Luft,
mich einmal noch umarmen könnte.

Nun, seit du fort bist,
bleibe ich reglos hinter Gardinen,
schaue in traurige Laternen
und wünschte mir, 
die schneenasse Straße 
wäre heute jene,
die dich bringen würde
und nicht der Tod eines kleinen Traumes,
der jedes Mal geht, 
mit einem Abschied.

Seit du mir sagtest, was Träume sind,
du mir zeigtest, 
was wahr und richtig ist,
deine Arme das Vertrauen gaben,
was ich jeher ersehnte,
schäme ich mich für all die Zweifel,
die zwischen meinen Betonwänden,
wie giftige Pilze wuchsen
und mich zu meinem eigenen Feind machten.

Heute ist grausam,
meine Wünsche gehen über 
in blinde Phantasien,
meine Augen blicken suchend
in jedes Zimmer
und eingrollt in deiner Bettdecke,
glaube ich 
dich für kurz zu spüren ...

 

 

 Ara ©  20.11.05
 

 

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Einladung

 

Mit leeren Kaffeetassen wartest du
auf Gäste
die du nie eingeladen hast

Niemand klingelt an der Tür,
es gibt kein fröhliches Gelächter
im langen Hausflur

Doch schon bietest du 
fein angezogen
das erste Stück Sahnetorte an

selbstgemacht …

Herr Bär brummelt hungrig,
als du ihn zum Tisch hebst
und auch der kleine Elefant 
freut sich über den netten Tag mit dir

Deine Wut bekommt Susi zu spüren
ihr kleiner Plastikkopf reißt
durch die Schläge auf die Tischplatte

sie hatte geweint
in deinem Arm …

 

© Ara 30.04.2005

 

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... und Du fragst nach der Sonne  
 



Ich halte Deine Hand, 
morgen wird es besser sein. 
Natürlich werde ich Dich nicht verraten.
Hör auf zu weinen, 
es ist alles vorbei. 
Dir geschieht nichts. 
Ich bin doch hier! 

Warum es Engel gibt? 

Ganz klar, um an Deinem Bett zu sitzen, 
Deine Tränen aufzufangen, 
um sie in kleinen Behältern, 
aus reinem Glas aufzubewahren. 

Ob ich Morgen früher hier sein kann?

Ja, das werde ich, 
ich soll Dich doch tragen. 
Er wird Dir nie wieder weh tun.
Es passiert nur im Dunkeln, 
dass er Dich anfasst, 
Dich zwingt, 
sein kleines Mädchen zu sein, 
Dich bluten lässt. 

Du magst kein Mädchen sein?

Kleider gefallen Dir nicht. 
Zu offen, zu reizvoll, 
einfach nicht für Dich gemacht. 

Ich soll Dich heute mitnehmen?

Meine Arme umfassen Dich. 
Du erbrichst Dich, 
an der Mischung, 
aus Schlaftabletten und Wein. 
Ich wische die letzte Träne 
von Deiner zarten Wange. 

Wo die Sonne ist? 

Über den Wolken, ganz nah ...

 

Ara © 02.09.2004 

 

 

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...über das Innerste
 


Und wenn nun die Freude der anderen stimmt
und ich mich irre: alles vorbei.
Was ich sage? Der Morgen verglimmt,
des Tages Wüste, ein einsamer Schrei.

Und wenn der Schmerz der anderen bricht
und meiner bleibt: alles verzeih`n?
Was ich spüre? Ein Messer ersticht,
meine Gedanken, sie bleiben allein.

Und wenn das Wort der anderen lügt
und ich mich winde: still ist der Tod.
Was ich schreie? Niemand betrügt,
ewig ist Schuld und endlos die Not!

 

© 12.08.06

 

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von Zielen die spielen

 

Trost ist Trost an Wolkenspielen
des Sommerabends aus Zierlockenlicht,
unsehbar zwischen noch spielenden Zielen,
jagt mich die Meute, die Schallmauern bricht.
Um sich im schwindenden Ton zu entfernen,
ihr Tagtraum über der Welt ist so groß,
zwar reicht er nicht bis hin zu den Sternen,
doch lässt mich die drückende Stimmung nicht los.

So was soll werden, ich soll mich gewöhnen
und hör vom Mond, wie traurig er singt,
unter dem prasselnden, rauschenden Dröhnen,
ist es sein Klang, der mich nur durchdringt.
Ja so soll ich leben - ich muss ja auch leben
und Leben ist Leben und fröstelt mich immer,
den dämmernden Köpfen der Wolken entschweben,
endloses Hoffen und alles wird schlimmer

 
Ara © 2006

 

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Verfluchter Konjunktiv

 

Was wünschte ich, dass mir ein Traum einträte,
auf diesen, meinen dichterischen Wegen,
würd` ich zu gern ein Wörterbuch verlegen
wenn mich der Weltenbuchverlag drum bäte.

Doch weh und ach, des konjunktives Kreise,
sind einzig das was ich dem Leser böte,
als hätt` ich nicht genug der Reimesnöte,
greif ich pro Strophe einmal in die Schei....

Und wäre es das Herz das ich ausschütte,
inmitten bunter Kreise könnt’ ich klagen,
ich stünd’ mit meiner Trauer in der Mitte.

Allmächtiger, die Leser würden fragen,
vielleicht bekäme ich auch ein paar Tritte,
ich litte dann und würde nichts mehr sagen.

 

Ara © 2006

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Haus der Erinnerung

 

Die Sterne der Nacht leuchten kläglich,
das Dunkel breitet sich aus,
mit Nebel der kaum noch erträglich,
der Schleier ist für unser Haus.

Die Fenster sind blind teils zerschlagen,
die Geister der Seelen verloren,
die morschesten Balken sie tragen,
zum Bruch sind sie längst erkoren.

In alten Ziegeln sind Töne,
der Wind spielt uns damit sein Lied,
missbraucht dieses Haus für das Schöne,
obwohl es schon längst daraus schied.

Wir suchten nur Schutz in den Ecken,
uns trieb nackte Angst die wir hassten,
kein Ausweg in Sicht, kein verstecken,
kein Halt wenn wir uns umfassten.

Die Zeit ist langsam verflogen,
das Haus verfolgt uns noch mehr,
das Glück hat uns nur betrogen,
die Altlast trägt sich zu schwer.

Und könnten wir einmal nur fliehen,
ersticke das Haus doch im Rauch,
egal wohin wir nun ziehen,
das Dunkel gibt es dort auch.

 

Ara © 2007
 

 

Sternenkuss

 

Da kommt ein Stern, da geht ein Stern,
der eine sagt, er hat dich gern,
der andre fällt fast über dir,
es war ein Sternengruß von mir.

Doch schau hinauf, er zappelt noch
und hängt am Himmelsdach,
er findet nicht das Himmelsloch
und macht ne Menge Krach.

Vielleicht hat dieses Blinkerlein,
sein Brillenglas verloren,
er trug es immer "extra fein",
ganz fest hinter den Ohren.

Grad diesen hatt' ich ausgewählt,
er sollte dich weich betten,
nun ist der Stern schon fast bei dir,
doch du mußt ihn noch retten.

Und wenn er dann mit meinem Gruß
im Bettchen bei Dir liegt,
so gib ihm sachte einen Kuss,
damit er nie mehr fliegt!



20.02.2007 (c) Ara

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Stehaufmännchen

 

Wie warfen sie ihn mit Steinen,
auch folterten sie ihn bei Nacht,
statt angsterfüllt zu weinen,
hat er nur immer gelacht.

Wie haben sie ihn getreten,
er lächelte - stark war der Schmerz,
und niemals um Hilfe gebeten,
hat sein so verzweifeltes Herz.

Nun kam es, dass er fast vergangen,
verwelkt war im trostlosen Sein,
bis einst ein neues Verlangen,
der Griff war zum eigenen Stein.

Erst wollte er werfen, sich trauen,
die Wut hinaus schreien und weinen,
stattdessen begann er zu bauen,
sein Haus aus all diesen Steinen!

Ara © 11.12.2007

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Erfüllung

 

Hier ist neue Liebe. Eben,
bin ich sanft entschwunden.
Ich dachte ich würde leben,
was wird dies Kind mir geben,
wie hat es mich gefunden?

Ich könnte sagen, alles
sei es um mich ringsrum,
unsichtbar wie des Schalles
Kleider, schnell, stumm.

Was bin ich doch in diese,
Lieblichkeit gelegt,
die Sommerfarbenwiese,
hat mich so sehr bewegt.

Bittend zugleich und bange,
will ich dies Leben lieben,
das vor dem Untergange,
mir noch die Freuden blieben.


 

Ara © 08.08.2008

 

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Schwarzer Regen

 

So lehn ich mich gegen den Regen,
was mir bleibt
strömt in allen Facetten
an mir vorbei,
ich trau mich gar nicht
zu ´fliehen.


Mein Blick in schwarze Regenbogen,
verspricht mir keine
heile Welt,
doch morgen stehen
alle
Fenster gen Süden!

...hoffen?

Nein!

Die Scherben türmen sich an alten Fassaden,
die Bordsteine scheinen sich zu biegen,
vom Alltagsdreck verschmutzt,
ich bleib dabei

raus hier!


Ab und zu ein Penner,
man zieht aneinander vorüber,
die stummen Augen,
blicken durch all meine Narben
und sie verstehen.

Ohne Nicken, ohne Gruß.

Er geht und beschreitet meine
blutige Spur
des Lebens...



(c) Ara (24.02.2007)

 

 

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Ich+

Ich weiß, du bist noch wach...

 

Ich weiß, du bist noch wach in dieser Nacht,
der alte Mond steht auch nur kalt und leer,
mein Sehnen schweigt, ein angsterfülltes Meer,
vor jenem Trauerspiel, das mich verlacht.


Ganz foltergleich erfassen mich die Farben,
als ob es nicht genug an Dunkel wär',
an dieser Nacht durchdringt es mich so sehr,
und schneidet frische Wunden in die Narben.


Da kann ich rufen, schreien durch den Wind,
und endlos nach den schwachen Fäden greifen,
kann nackt durch alte Rosenhecken streifen
und weiß doch, was die wahren Schmerzen sind.


Ich weiß, du bist noch wach in dieser Nacht,
so wie ich schlaflos liege in der meinen,
der gleiche kühle Mond wird dir auch scheinen,
so wie er es in solchen Nächten macht...

 


(c) Ara 22.02.2007
Bearbeitet am (24.02.2007)  ;)

 

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Immerkalte Winde

 

Nach all der Hoffnung, die ich hier verlor,
bleibt rostig nur das Schloss des Traums besteh`n
und kalte Winde die das Feld umweh`n,
sind immerfort der Schlüssel zum Versteh`n,
als ob ich mir zum Leben dies erkor.

Die Finger sind das Greifen nicht gewohnt,
ein ewig schwarzer Fluch legt sich hernieder,
in mir nur spielen trostlos träge Lieder,
zu jeder Stunde pausenlos und wieder,
erkenne ich, dass nichts für mich sich lohnt.

Auch jetzt, nach Tagen ohne Zuversichten,
soll ich mir heucheln, was doch Wunsch geblieben,
soll schreiben, was ich tausend Mal geschrieben,
soll hassen das, was ich nur könnte lieben
und darauf achten mich nicht zu vernichten.

Beileibe, es ist schwer, ich möchte flieh`n,
in Berge, die mich in der Nacht behüten,
in Feuer, die im Traume für mich wüten
und Wiesen, die mit aller Farben Blüten,
mein Leben auf die schöne Seite zieh`n.


01.05.2006 © Ara

 

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Vorsicht bissiger Hund!

 

Da steht doch an der Nachbarstür,
dass nun der Herr im Hause beisst!
Der arme Hund kann nichts dafür,
dass er mit Namen Hasso heisst.

Ich war jetzt völlig aufgeweckt,
denn draußen vor den Türen,
hab ich den Nachbar glatt entdeckt,
er trug das Tier spazieren!


Und die Moral der selt`nen Bilder,
ist doch Humor der schönen Seite,
ein kleiner Hund braucht große Schilder,
doch siehst Du keins, so such das Weite!

 

(c) Ara (18.02.07)

 

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Echolot


 

Kein Wort vermag Unfassbares zu sagen
und nichts erfüllt die Sehnsucht zu entkommen,
die Sterne sind dem Tage weggeschwommen,
als könnt' der Himmel Hoffnung nicht ertragen.

Das stille Tuch fällt auf den Tag hernieder,
es leuchten falsche Farben endlos weiter,
nichts auf der Welt scheint auf die Blicke heiter
und sanft vertraut erklingen leise Lieder.

Das letzte Lied der Amsel, fast vergoren,
durchdringen mich die trauten Melodien,
es haben sich die Töne selbst verschworen.

Fast zeitlos wechseln sich die Phantasien,
der Lebenswille ist schon bald verloren
und einzigst bleibt, vor allen Tränen flieh`n...


© Ara 24.06.06

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Ein wenig noch...


Leicht verirrt erscheint mir dieser Weg,
noch nie zuvor hab’ ich an ihm gestanden,
die Wellenschläge alter Wiesen stranden,
an diesem Tag.

Ich greife mir die obersten der Halme,
erforsche mit den Fingern rauhe Ähren,
niemals mehr wird mir diese Ruhe währen,
an diesem Tag.

Mein Flüstern geht durch Gräser weit hinaus,
der Wind vermag Dir Wort an Wort zu senden,
ich freute mich, wenn sie dich plötzlich fänden,
an diesem Tag.

Ein wenig noch, glaub’ ich an meine Wünsche.
Ein Bruchteil von Sekunden macht mir klar,
dass dieser Wunsch ein Traum für mich nur war,
an diesem Tag.

 

© 17.10.2005 Ara

 

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Zwischenwelten


 

Abschied ohne Tränen,
irgendwo ein Wimpernschlag.
Eine leere Hülle wartet,
zwischen Gepäck und Straße.

Zurückgeblieben ein Lächeln,
den Erinnerungen folgend,
durch pulsierende Adern.

lebensnah...

Unerträglich sind Bäume,
deren Ansicht von dieser Seite,
schwer und schwarz wirkt.

Es winken Äste willkommen
und Schilder nehmen Abschied
an dieser Ausfahrt.

Ein Tunnel empfängt
trüglich schimmernd,
den Schmerzschrei,
mit all seinen Lichtern.

Es ist keine Träne wert
und doch verschwimmen weiße Linien,
bis blutrote Ampeln
vor Betonwänden erglühen.



© Ara 17.06.05

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Lied der Stille

 

Die Melodie ist ausgewählt,
in Moll die sanften Klänge,
wir beide zitternd, Hand in Hand,
leis` tönen die Gesänge.

Ich sing ein Lied aus Stille,
du bist den Tränen nah,
wir beide flüstern, Arm in Arm,
von dem was einst geschah.

Wie schwer wiegen doch Worte,
die niemals offen stehen,
wir beide glaubten, nein - wir hofften,
die Sonne am Morgen zu sehen.




24.02.2005 © Ara

 

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Für Dich!

 

Ach, wär` ich dir Held von Liebesgedichten,
wie wünschte ich wenigstens Dichter zu sein,
mit Zeilen die fließen und quellwasserrein,
erwähnt werden in manch` neuen Geschichten

Die Feder wollt` ich schwingen für die Liebe,
und meine Gefühle - sie wären gebannt,
das Kind meiner Seele - beim Namen genannt,
perfekt wär` jeder Brief den ich Dir schriebe.

So bleibt mir nur, es ständig zu probieren,
die Silbenzahlen sorgsam anzugleichen
und mit Gefühl würd`ich Dich so erreichen.

Mir ist`s egal mich wieder zu blamieren,
wenn Du mir sagst mich wahnsinnig zu lieben,
denn für Dich hab`ich nie umsonst geschrieben!


 

© Ara 2.3.2005

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Stille Berührung


 

Die Offenheit im Augenblick,
nur erreicht,
wenn sanfte Stille
mich erstarren läßt,
mir schockartig erzählt,
"es gibt noch mehr..."

Das Instrument ist mein Flügel,
gestimmt um Winde zu fühlen,
zu schweben in Melodien,
die nur zu flüstern scheinen,
ich höre sie...

die Bilder die erscheinen,
voller Farben,
grell blenden sie mein Innerstes,
zeigen mir,
das alles nah und doch so weit,
verborgen liegt

Mir ist es Rot,
dass unaufhaltsam
in Gletscherbächen
an sanft geschwungenen Kratern
talwärts fließt
in unberührter Strömung...




(c) Ara 03.12.04

 

 

Zeitwinde

 

Heute ist mir so,
wie ich gestern nicht gedacht hatte,
dass es Morgen schon sein könnte.

Als ob fallende Blätter
nicht genug der Kälte sind.

Im Vorbeirauschen wird mir bewusst,
wie Zeitwinde mich tragen,
mir zeigen wie spät es ist,
ganz nah am Zifferblatt.

Es ist wie längst vergangen,
doch nah genug um zu frieren.

Ob ich es wage auf die Uhr zusehen,
oder meinen Blick senke,
bevor ich erkennen kann,
dass es vorbei ist?

Was schleppend angefangen hat
und dann doch rannte,
als sei es die Flucht meines Lebens.

Vor mir,
durch mich

immer wieder...


 

14.11.04 (c) Ara

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Erwachen

 

Es ist ein stilles, weißes Tuch,
das sich um die Seele schmiegt.
Es ist der Schnee in tiefen Tälern,
der uns sanft im Schutze wiegt.
Es ist das Flüstern Deiner Stimme,
die sich leis` im Schlaf verliert.
Es ist das Lächeln Deiner Augen,
das Deine kleine Welt jetzt ziert.

...ich seh` Dich im Schlaf

Kaum einen Augenblick zu früh,
es ist das, was Deine Träume,
so leuchten lässt in dunkler Nacht,
und es glitzern hell die Räume,
die mit Glanz behangen warten,
auf dass Du erkennst und sagst,
dass es heißt, ganz neu zu starten
und Du mein Vertrauen wagst.

Du bist noch so klein...

Komm, erschließe Dir das Leben,
und nimm heraus, was Du bekommst,
doch vergiss auch nie zu geben,
denn erst dann ist nichts umsonst.
Du wirst sehen, dieser Spiegel,
er geht auf wie Truh und Schatz,
da, schau, diese hat ein Siegel,
das bist Du, an Deinem Platz!

...dieser Traum gehört Dir

Eröffne diese Welt im Schweigen,
und laß brechen Gitterstäbe,
beginne uns den Weg zu zeigen,
als wenn es diesen einmal gäbe.
Komm, wir binden unsre Kräfte,
das ist`s doch, das uns vereint,
viel mehr noch als Lebenssäfte
die Tränen sind`s, die wir geweint.

Erwache, bitte erwache...


11.11.04 © Ara

 

 

 

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